Was feiern wir an Pfingstmontag?
Pfingstmontag gehört zum Pfingstfest und setzt dessen Feier fort. Der eigentliche theologische Kern liegt auf dem Pfingstsonntag: die Sendung des Heiligen Geistes über die versammelten Jünger, wie sie in der Apostelgeschichte beschrieben wird. Die Erzählung berichtet von einem Brausen wie von einem Sturm, von «Zungen wie von Feuer» — und davon, dass die Jünger plötzlich in allen Sprachen verstanden werden.
Pfingsten gilt in der christlichen Tradition als «Geburtstag der Kirche»: der Moment, in dem aus einer kleinen Gemeinschaft verunsicherter Jünger eine Bewegung entstand, die sich aufmachte, die Botschaft in die Welt zu tragen. Der Pfingstmontag ist dabei die traditionelle Verlängerung dieses Festes — kein eigenständiges biblisches Ereignis, sondern ein zweiter Feiertag, um der Bedeutung des Pfingstsonntags Raum zu geben.
Der Name «Pfingsten» leitet sich vom griechischen «pentekoste» ab und bedeutet schlicht «der fünfzigste Tag» — weil Pfingsten fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird. Die christliche Feier steht dabei in Verbindung mit dem jüdischen Wochenfest Schawuot, das ebenfalls fünfzig Tage nach Pessach begangen wird.
Woher kommt der Feiertag?
Pfingsten zählt neben Weihnachten und Ostern zu den drei grossen Festen des Kirchenjahres. Als eigenständiges Fest ist es seit dem 4. Jahrhundert belegt — also aus derselben Epoche, in der auch Christi Himmelfahrt ein eigener Feiertag wurde.
Dass nicht nur der Sonntag, sondern auch der Montag ein Feiertag ist, geht auf eine lange kirchliche Praxis zurück: Grosse Feste wurden traditionell mehrtägig gefeiert. Bei Weihnachten kennt man dasselbe Prinzip mit dem 25. und 26. Dezember.
Im Unterschied zu Auffahrt, die alle konfessionellen Brüche überdauerte und in allen 26 Kantonen als gesetzlicher Feiertag anerkannt ist, zeigt Pfingstmontag das typische Schweizer Muster: Die Regelung variiert von Kanton zu Kanton, und selbst innerhalb dieser Abstufungen gibt es Unterschiede zwischen formell gesetzlichem Feiertag, Ruhetag und bloss faktischer Arbeitsruhe.
Wo ist Pfingstmontag frei? Die Übersicht nach Kanton
Die Regelung ist dreistufig — und genau diese Abstufung sorgt regelmässig für Verwirrung. Hier die vollständige Übersicht, basierend auf der SECO-Feiertagsliste und ergänzenden kantonalen Quellen:
Gesetzlicher Feiertag (den Sonntagen gleichgestellt)
In diesen 13 Kantonen ist Pfingstmontag formell den Sonntagen gleichgestellt — Geschäfte geschlossen, Arbeitnehmer frei:
Gesetzlich anerkannter Ruhetag
In diesen 4 Kantonen ist Pfingstmontag gesetzlich als Ruhetag anerkannt — in der Praxis ebenfalls frei, auch wenn die arbeitsrechtliche Einordnung etwas anders ist:
Kein formeller Feiertag, aber in der Regel Arbeitsruhe
In diesen 6 Kantonen ist Pfingstmontag formal kein gesetzlicher Feiertag — dennoch herrscht in der Praxis im ganzen Kanton Arbeitsruhe. Schulen und die meisten Betriebe sind geschlossen:
Nur in einigen Gemeinden frei
Im Aargau und in Solothurn ist Pfingstmontag nicht kantonal einheitlich geregelt, sondern nur in bestimmten Gemeinden ein gesetzlicher Feiertag:
Kein Feiertag
Einzig im Kanton Wallis ist Pfingstmontag im gesamten Kanton ein gewöhnlicher Arbeitstag:
Diese Abstufungen zeigen, warum pauschale Aussagen wie «Pfingstmontag ist in 15 Kantonen frei» zu kurz greifen. In der Praxis hat die grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung an Pfingstmontag frei — nur die rechtliche Grundlage dafür ist unterschiedlich. Im Zweifelsfall lohnt sich ein Blick in den eigenen Arbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag.
Wie wird Pfingstmontag in der Schweiz gefeiert?
Im Vergleich zu Weihnachten oder Ostern hat Pfingstmontag kein stark ausgeprägtes eigenes Brauchtum. Kirchlich stehen Pfingstgottesdienste im Zentrum — oft mit besonderer Musik und der Farbe Rot als Symbol für Feuer und Heiligen Geist.
Regional finden sich vereinzelt Frühlings- und Grünbräuche: Prozessionen, Open-Air-Gottesdienste und dörfliche Feste, die den Übergang in den Sommer markieren. Diese Bräuche sind allerdings lokal sehr unterschiedlich und weit weniger einheitlich als etwa das Brauchtum rund um Auffahrt.
Für die meisten Menschen ist Pfingstmontag vor allem ein freier Montag — willkommen als verlängertes Wochenende, oft genutzt für Ausflüge und Kurzferien.
Wussten Sie schon?
Pfingstmontag ist einer der Feiertage, an denen der Schweizer Föderalismus besonders sichtbar wird. Im Wallis ist es ein ganz normaler Arbeitstag, während praktisch der gesamte Rest des Landes frei hat. Für Unternehmen mit Standorten in mehreren Kantonen kann das durchaus für interessante Situationen sorgen.
Deshalb haben sich Post, SBB und Bundesverwaltung auf eine pragmatische Lösung geeinigt: Pfingstmontag gehört dort zu den neun Feiertagen, die unternehmensweit gelten — unabhängig davon, ob der jeweilige Standortkanton ihn formell als Feiertag führt oder nicht.
Seit 2018 feiert die katholische Kirche am Pfingstmontag zusätzlich den Gedenktag «Maria, Mutter der Kirche». Das ist eine liturgische Einordnung, die mit der staatlichen Feiertagsregelung nichts zu tun hat — aber ein Detail, das in kirchlichen Kreisen durchaus bekannt ist.