Was feiern wir am Ostermontag?
Ostermontag ist die Fortsetzung des Osterfestes — kein eigenständiges Ereignis, sondern Teil der sogenannten Osteroktav: einer achttägigen Festperiode, in der die Auferstehung Jesu liturgisch weitergefeiert wird. Die Kirche behandelt die ganze Oktav gleichsam als einen einzigen, langen Festtag.
Im Zentrum steht dieselbe Botschaft wie am Ostersonntag: Christus ist auferstanden. Die biblischen Lesungen am Ostermontag erzählen typischerweise von den ersten Begegnungen mit dem Auferstandenen — etwa den Frauen am leeren Grab oder den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus.
Ostern selbst ist nach christlichem Verständnis das wichtigste Fest des Kirchenjahres — noch vor Weihnachten. Dass es einen zweiten Feiertag gibt, folgt dem gleichen Prinzip wie bei Weihnachten und dem Stephanstag: Grosse Feste wurden traditionell mehrtägig gefeiert.
Wo ist Ostermontag frei? Die Kantonsübersicht
Die Struktur ähnelt dem Pfingstmontag: Es gibt mehrere Abstufungen, und das Wallis ist der konsequente Sonderfall.
Gesetzlicher Feiertag (15 Kantone)
Gesetzlich anerkannter Ruhetag (2 Kantone)
Kein formeller Feiertag, aber de facto Arbeitsruhe (6 Kantone)
Nur in einigen Gemeinden frei (2 Kantone)
Kein Feiertag (1 Kanton)
Das Wallis ist damit der einzige Kanton, der konsequent weder Karfreitag noch Ostermontag noch Pfingstmontag als Feiertag führt. Im Gegenzug hat das Wallis katholische Feiertage wie den Josefstag, Fronleichnam und Mariä Empfängnis, die in vielen anderen Kantonen fehlen. Es ist die konsequenteste konfessionelle Feiertagsprägung der Schweiz.
Wie wird Ostermontag in der Schweiz gefeiert?
Ostermontag ist weniger von eigenständigem Brauchtum geprägt als vielmehr der zweite Tag des Osterwochenendes — Zeit für Familienbesuche, Osterbrunch und die Verwertung der restlichen Ostereier.
Ostereiersuche und Osterhasen
Für Kinder ist der Ostermontag oft der zweite Durchgang der Eiersuche — bei den Grosseltern, bei Freunden oder im Park. Die Tradition des Osterhasen, der die Eier versteckt, ist in der Schweiz seit dem 19. Jahrhundert verbreitet.
Eiertütschen
Ein typisch Schweizer Brauch: Zwei Personen schlagen ihre hartgekochten Ostereier gegeneinander. Wessen Ei heil bleibt, gewinnt. Das «Eiertütschen» findet in vielen Familien statt und wird mancherorts sogar als Wettbewerb organisiert.
Ostermärsche
Am Ostermontag finden in einigen Schweizer Städten Ostermärsche statt — Friedenskundgebungen, die seit den 1960er-Jahren Tradition haben. Sie sind kein religiöser, sondern ein politischer Brauch.
Wussten Sie schon?
Ostermontag und Pfingstmontag haben eine fast identische Kantonsstruktur: Die gleichen Kantone haben frei, die gleichen nicht, und das Wallis ist in beiden Fällen der Sonderfall. Das liegt daran, dass beide den gleichen Ursprung haben — die kirchliche Tradition, grosse Feste mehrtägig zu feiern. Wer bei einem der beiden frei hat, hat in der Regel auch beim anderen frei.
Ostermontag gehört zusammen mit Karfreitag zu den neun Standardfeiertagen von Post, SBB und Bundesverwaltung — er gilt dort schweizweit, also auch für Mitarbeitende im Wallis.